
Kalzium (Ca) ist der Mineralstoff, der im menschlichen Körper in der höchsten Konzentration vorkommt. Über 99 % befinden sich in den Knochen und Zähnen. Der Rest verteilt sich auf das Blut, die Muskeln und den Zellzwischenraum.
Der Körper benötigt ausreichende Mengen an Kalzium um
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die die Gesetzgeber innerhalb der EU in wissenschaftlichen Belangen berät, hat bestätigt, dass Kalzium einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat.
Die Zufuhr von Kalzium trägt bei zu:
Darmkrebs
Einige Studienergebnisse weisen auf ein geringeres Darmkrebsrisiko hin, wenn Menschen viel Kalzium und Vitamin D mit der Nahrung zu sich nehmen.
Osteoporose
Kalzium trägt zur Entwicklung und Gesunderhaltung von Knochen und Zähnen bei.
Verschiedene Studien belegen, dass Kalzium, vor allem in Kombination mit Vitamin D, dem Knochenabbau nach der Menopause bei Frauen sowie bei älteren Männern entgegenwirken kann.
Nierensteine
In vielen Fällen ist die Ursache für Nierensteine unbekannt. Ein ungewöhnlich hoher Kalziumgehalt im Urin erhöht jedoch das Risiko von Kalziumsteinen.
Früher riet man Menschen mit Kalziumsteinen häufig, weniger Kalzium zu sich zu nehmen. Inzwischen hat eine Untersuchung von Patienten mit Kalziumoxalatsteinen aber einen engen Zusammenhang zwischen der Salzaufnahme mit der Nahrung und einem erhöhtem Kalziumgehalt im Urin aufgezeigt.
Weitere kontrollierte Studien wären nötig, um definitiv festzustellen, ob Kalziumpräparate bei der Bildung von Nierensteinen eine Rolle spielen *.
Schwangerschaftsinduzierter Bluthochdruck
Manchen Studien zufolge könnten Kalziumpräparate bei der Vorbeugung von Bluthochdruck und Präeklampsie während der Schwangerschaft einen positiven Einfluss haben. Nicht alle Studien kamen jedoch zu denselben Ergebnissen *.
Durch ein Vitaminpräparat mit Magnesium, Vitamin B9 (Folsäure) und anderen Nährstoffen sowie eine kalziumreiche Ernährung könnte sich unter Umständen das Bluthochdruckrisiko während der Schwangerschaft senken lassen.
Schlaganfall
In einer über 14 Jahre laufenden Bevölkerungsstudie senkte eine erhöhte Kalziumaufnahme, sowohl über die Nahrung als auch in Form von Präparaten, die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls bei den Probandinnen.
Um eine positive Wirkung von Kalziumpräparaten bei der Schlaganfallprävention zweifelsfrei zu belegen, bedarf es aber weiterer Studien *.
* Siehe auch Grundlagen – Die Komplexität der Mikronährstoffforschung
Hinweis:
Jede diätetische oder medikamentöse Behandlung mit hohen Dosen von Mikronährstoffen sollte nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.
Bluthochdruck
Wer nicht ausreichend Kalzium zu sich nimmt, könnte eher als andere an Bluthochdruck (Hypertonie) erkranken. Es gibt Hinweise, dass sich ein erhöhter Kalziumspiegel blutdrucksenkend auswirken könnte.
Nicht alle Studien sind zu diesem Schluss gekommen. Die Forschung ist sich nicht sicher, ob nicht eher eine Ernährung, die viele fettarme Milchprodukte (die Kalzium enthalten) umfasst, für die positiven Ergebnisse verantwortlich ist *.
Bevor Kalziumpräparate als Ergänzung zu gängigen Bluthochdruck-Medikamenten zur Behandlung von Hypertonie empfohlen werden können, müssen weitere Studien durchgeführt werden.
Prämenstruelles Syndrom (PMS)
In einer groß angelegten Studie bewirkte die tägliche Einnahme von 1.200 mg Kalzium durch die Probandinnen eine 50-prozentige Reduzierung von PMS-Symptomen wie Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Heißhunger und Völlegefühl.
Einer kleineren Studie zufolge könnte Kalzium zur Linderung von Menstruationsbeschwerden beitragen.
Gewichtsreduktion
Manche Studien haben ergeben, dass der Konsum von fettarmen Milchprodukten helfen könnte, Gewicht zu verlieren bzw. das richtige Gewicht zu halten. Die Forscher sind sich allerdings nicht sicher, ob das Gewicht durch das Kalzium in den Milchprodukten, durch einen anderen Nährstoff oder gar durch eine Kombination von Nährstoffen beeinflusst wird.
Außerdem konnte nicht in allen Studien eine positive Wirkung nachgewiesen werden und es gibt keine eindeutigen Beweise, dass Kalziumpräparate wirklich zur Gewichtsreduktion beitragen *. Ob Kalzium zur Gewichtsreduktion beiträgt oder nicht, muss in weiteren Studien erforscht werden.
Erhöhter Cholesterinspiegel
Vorabstudien zufolge können Kalziumpräparate zu einer leichten Senkung des Cholesterinspiegels beitragen. Die Einnahme von Kalziumpräparaten in Kombination mit sportlicher Betätigung und der richtigen Ernährung ist offenbar eher im Stande, den Cholesterinspiegel zu halten, als einen bereits erhöhten Cholesterinspiegel zu senken.
Rachitis
Rachitis verursacht eine Erweichung und Schwächung von Knochen bei Kindern. In den Industrieländern ist die Krankheit kaum noch zu finden, doch in vielen Gegenden auf der Welt gibt es sie durchaus noch.
Forscher gehen von einem Vitamin-D-Mangel als Ursache einer Rachitis aus. Allerdings hat eine Studie ergeben, dass auch Kalziumpräparate eine effektive Behandlungsmethode darstellen können.
* Siehe auch Grundlagen – Die Komplexität der Mikronährstoffforschung
Der von europäischen Gesundheitsbehörden ermittelte Bedarf von Erwachsenen liegt bei 700 mg/Tag. In den USA liegt die Empfehlung bei 1.000 bis 1.200 mg/Tag.
Untersuchungen in europäischen Ländern und den USA haben ergeben, dass viele Menschen weniger als die Hälfte der zur Entwicklung und Aufrechterhaltung gesunder Knochen empfohlenen Kalziummenge aufnehmen.
Eine ausreichende Kalziumzufuhr wird mit fortschreitendem Alter immer wichtiger.
Postmenopausale Frauen sowie Personen, die Koffein, Alkohol oder Softdrinks in größeren Mengen zu sich nehmen und die mit Corticosteroiden behandelt werden, sind potenzielle Risikogruppen für einen Kalziummangel.
Kalziummangel tritt außerdem bei Menschen auf, die aufgrund von Morbus Crohn, Zöliakie oder einer operativen Darmentfernung an einer Malabsorption leiden.
Wenn Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase über längere Zeit nicht genügend Kalzium erhalten, kann ihr Körper unter Umständen nicht die optimale Knochenmineraldichte aufbauen. Bei erwachsenen, gesunden Knochen kann eine unzureichende Kalziumzufuhr zu beschleunigtem Knochenabbau und letztendlich zur Osteoporose führen.
Zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Kalziumgehalt zählen Käse (z. B. Parmesan, Pecorino, Greyerzer, Cheddar, Mozzarella und Feta) sowie fettarme Milch und Milchprodukte (Jogurt, Quark). Weitere gute Kalziumlieferanten sind: Mandeln, Bierhefe, Broccoli, Weißkohl, getrocknete Feigen, Tang, dunkles Blattgemüse (Rüben, Gemüsekohl, Senf, Grünkohl, Mangold), Haselnüsse, Austern und Sardinen.
Mit Kalzium angereicherte Produkte wie Säfte, Sojamilch, Reismilch, Tofu und Frühstücks-Cerealien enthalten ebenfalls viel Kalzium.
Ein ungewöhnlich hoher Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie) wurde nur im Zusammenhang mit einer Überdosierung von Kalziumpräparaten (1,5 bis 16,5 g/Tag) festgestellt.
Eine leichte Hyperkalzämie kann völlig symptomfrei sein oder zu Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen führen. Eine schwere Hyperkalzämie kann zu Verwirrung, Delirium, Koma und bei fehlender Behandlung sogar zum Tod führen.
Auch wenn Personen mit erhöhtem Kalziumgehalt im Urin eher zur Bildung von Nierensteinen neigen, hat dies in der Regel nichts mit der Kalziumzufuhr zu tun, sondern mit der erhöhten Kalziumausscheidung über die Nieren.
Es gibt Studien, die eine hohe Kalziumzufuhr mit einem erhöhten Prostatakrebs-Risiko in Verbindung bringen. In anderen Studien wurde kein derartiger Zusammenhang festgestellt. Bis zu einer endgültigen Klärung des Zusammenhangs zwischen Kalzium und Prostatakrebs sollten Männer die empfohlenen 1.000 bis 1.200 mg/Tag an Kalzium zu sich zu nehmen.
Oberer tolerierbarer Zufuhrwert (UL)
Die Gesundheitsbehören in Europa und den USA haben den oberen tolerierbaren Zufuhrwert von Kalzium bei Erwachsenen auf 2.500 mg/Tag festgelegt. Diese Aufnahmemenge gilt auch für schwangere und stillende Frauen.
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Hinweis:
Da die Möglichkeit einer Wechselwirkung besteht, sollte vor einer gleichzeitigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten Rat von sachkundigem medizinischem Fachpersonal eingeholt werden.