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Einleitung

Natrium (Na) ist ein metallisches, wasserlösliches Element, das sich im Wasser mit Chlorid (Cl) zu Natriumchlorid (NaCl) – besser bekannt als Kochsalz – verbindet.

 

Natriumchlorid ist für den Menschen lebenswichtig, doch brauchen wir zum Überleben nur sehr geringe Salzmengen. Die gesundheitlichen Auswirkungen von übermäßiger Salzzufuhr sind ein weitreichend erforschtes Gebiet.


Gesundheitsfunktionen

Natrium (Na) und Chlorid (Cl) sind an vielen lebenswichtigen Funktionen beteiligt. Sie unterstützen den Körper u. a. bei der

 

  • Übertragung von elektrischen Impulsen. Sie sind für die Herzfunktion und Muskelkontraktion – und somit indirekt für die Verdauung und die allgemeine Muskeltätigkeit – von entscheidender Bedeutung.
  • Weiterleitung von Nervenimpulsen.
  • Aufnahme von Glukose und Wasser.
  • Regulation des Blutvolumens und des Blutdrucks.

 

 

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die die Gesetzgeber innerhalb der EU in wissenschaftlichen Belangen berät, hat bestätigt, dass Chloride einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben.

 

Die Zufuhr von Chloriden trägt bei zu:

 

  • einer normalen Verdauung und Salzsäure-Produktion im Magen.

Natriumchlorid und Krankheiten

Magenkrebs
Bevölkerungsstudien deuten darauf hin, dass ein hoher Konsum von gesalzenen, geräucherten und eingelegten Lebensmitteln bei anfälligen Menschen das Magenkrebsrisiko erhöht (diese Lebensmittel könnten außerdem gleichzeitig auch diverse krebserregende Substanzen, z. B. Nitrosamine, enthalten). Bevölkerungsgruppen, die sich salzreich ernähren, nehmen oft wenig Obst und Gemüse zu sich - deren Verzehr möglicherweise vor Magenkrebs schützen kann.

 

Osteoporose
Für das Auftreten und den Verlauf von Osteoporose spielt die Ernährung eine wesentliche Rolle. So steigert eine erhöhte Salzzufuhr (NaCl) die Ausscheidung des für gesunde Knochen so wichtigen Elements Kalzium mit dem Urin.

 

Der Zusammenhang zwischen der Salzzufuhr und dem Knochenabbau wurde jedoch bisher nicht eindeutig nachgewiesen.

 

Um definitiv festzustellen, ob eine Reduzierung der Salzzufuhr eine positive Wirkung auf die Knochen hat und das Risiko von osteoporosebedingten Knochenbrüchen senkt, sind Langzeitstudien notwendig.

 

Nierensteine
Eine erhöhte Salzzufuhr (NaCl) steigert die Ausscheidung von Kalzium mit dem Urin, wodurch das Risiko einer Bildung von Kalziumsteinen in den Nieren steigt.

 

Die bisherigen Studien zu diesem Thema führten zu recht unterschiedlichen Ergebnissen: Eine Studie hat nachgewiesen, dass eine reduzierte Salzzufuhr das Risiko von Nierensteinen senkt. In einer ähnlichen Studie konnte ein Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Natriumchlorid und der Ausbildung von Nierensteinen nicht bestätigt werden.

 

Bluthochdruck und Herz- und Gefäßkrankheiten
Eine große Bevölkerungsstudie deutet auf einen Zusammenhang zwischen einer übermäßigen Salzzufuhr (NaCl) und erhöhtem Blutdruck hin.

 

Und auch zwei weitere groß angelegte Studien haben diesen Zusammenhang bestätigt: Bei älteren Menschen, deren Bluthochdruck (Hypertonie) zunächst medikamentös behandelt wurde, verbesserte sich der Blutdruck schon durch eine geringe Reduzierung der Salzzufuhr von nur ca. 1 mg/Tag. Bei übergewichtigen Teilnehmern, die aber noch keinen Bluthochdruck entwickelt hatten, konnte durch eine reduzierte Salzzufuhr das Risiko einer Bluthochdruckerkrankung gesenkt werden.

 

Anhaltender („chronischer“) Bluthochdruck schadet dem Herzen, den Blutgefäßen und den Nieren und erhöht das Risiko von Herzerkrankungen, Schlaganfällen und bluthochdruckbedingten Nierenerkrankungen.

 

Einigen Studien zufolge besteht ein direkter Zusammehang zwischen der Salzzufuhr (NaCl) und diversen, im schlimmsten Fall tödlich verlaufenden Herz- und Gefäßkrankheiten. Die Ergebnisse waren zwar nicht ganz einheitlich, deuten aber tendenziell auf eine Verminderung des Risikos von Herz- und Gefäßkrankheiten bei reduzierter Natriumchloridzufuhr hin.


Zufuhrempfehlungen

Die US-amerikanischen Gesundheitsbehörden empfehlen für Erwachsene eine Zufuhr von 1,2 bis 1,5 g Natrium und 3,0 bis 3,8 g Salz pro Tag. Diese Werte gleichen den normalen Natrium- bzw. Salzverlust durch das Schwitzen bei einer durchschnittlichen Aktivität aus.


Versorgungslage

In Europa und den USA wird im Schnitt weit mehr Natrium und Natriumchlorid (Salz) aufgenommen als empfohlen.


Mangelerscheinungen

Ein Mangel an Natrium bzw. Natriumchlorid liegt in der Regel nicht an einer zu geringen Aufnahme, selbst bei sehr salzarmer Ernährung.

 

Zu einem ernsthaften Natriummangel kommt es vielmehr meist bei schwerem und anhaltendem Erbrechen bzw. Durchfall, starkem und ständigem Schwitzen, bei der Einnahme gewisser Diuretika und bei bestimmten Nierenerkrankungen.

 

Zu den Symptomen einer niedrigen Natriumkonzentration im Blut gehören Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Muskelkrämpfe, Ermüdung, Orientierungslosigkeit und Ohnmachtsanfälle. Ein aktuer Natriummangel kann außerdem zu diversen gefährlichen Komplikationen – z. B. Schwellungen des Gehirns, epileptischen Anfällen, Koma und Gehirnschäden – führen.


Vorkommen

Den Großteil an Natrium und Chlorid nehmen wir über das Salz in unserer Nahrung auf.

 

Schätzungsweise 75 % des in den USA konsumierten Salzes gelangt schon während des Verarbeitungs- und Herstellungsprozesses in die Nahrung (z. B. bei diversen Dosengerichten, gesalzenen Kartoffelchips und Brezeln, Schinken und Pökelfleisch) und nur ein kleiner Anteil beim Würzen und Zubereiten der Lebensmittel durch den Konsumenten.

 

Generell gilt, wer sich hauptsächlich von unverarbeiteten Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten ernährt, nimmt am wenigsten Salz zu sich.

 

Der größte Anteil an Natrium (Na) und Chlorid (Cl) wird mit Kochsalz (NaCl) aufgenommen. Der Salzgehalt eines Lebensmittels kann bestimmt werden, indem man den Natriumgehalt, der auf der Packung angegeben ist, mit 2,5 multipliziert (Beispiel: 2 g Natrium x 2,5 = 5 g Salz).


Sicherheit

Ein übermäßiger Konsum von Natriumchlorid (Salz) erhöht das Blutvolumen. Aber solange genügend Wasser aufgenommen wird, können gesunde Nieren das überschüssige Natrium ausscheiden.

 

Der Konsum größerer Salzmengen kann zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfen führen.

 

Ein übermäßiger Wasserverlust, z. B. durch ein gestörtes Durstempfinden oder fehlenden Zugang zu Wasser, kann eine erhöhte Natriumkonzentration im Blut bedingen.

 

Diese äußert sich in Schwindelgefühlen, Ohnmachtsanfällen, niedrigem Blutdruck und einer verminderten Harnausscheidung. In schwerwiegenden Fällen kann es auch zu Schwellungen, Bluthochdruck, Herzrasen, Atemnot, Schüttelkrämpfen, Koma und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

 

Oberer tolerierbarer Zufuhrwert (Tolerable Upper Intake Level, UL)
Die US-amerikanischen Gesundheitsbehörden haben für Natrium und Natriumchlorid (Salz) einen oberen tolerierbaren Zufuhrwert von 2,3 g Natrium und 5,8 g Salz/Tag für Erwachsene festgelegt. Die Werte basieren auf Mengen, bei deren Überschreitung mit einer unerwünschten Wirkung auf den Blutdruck zu rechnen ist.

 

Arzneimittelwechselwirkungen
Hinweis:
Da die Möglichkeit einer Wechselwirkung besteht, sollte vor einer gleichzeitigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten Rat von sachkundigem medizinischem Fachpersonal eingeholt werden.

Letzte Aktualisierung: 22.08.2012