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Einleitung

Eisen (Fe) spielt im Stoffwechsel nahezu aller lebenden Organismen eine Schlüsselrolle.

 

Im menschlichen Körper stellt dieses Element eine wesentliche Komponente Hunderter von Proteinen und Enzymen dar.

 

Ein Großteil des Eisens im Körper ist an Proteine in den roten Blutkörperchen gebunden, die Sauerstoff in die Gewebe transportieren (‘Hämoglobin’). Des Weiteren wird Eisen in der Leber, im Knochenmark, in der Milz und in den Muskeln gespeichert.



Gesundheitsfunktionen

Eine ausreichende Eisenaufnahme ist wichtig, da dieses Spurenelement den Körper als Bestandteil von Proteinen (Enzymen) bei der Aufrechterhaltung der folgenden Funktionen unterstützt:



  • Speicherung von Sauerstoff und Transport in die Körpergewebe
  • Energiegewinnung
  • Schutz der Zellen vor den schädlichen Auswirkungen freier Radikale
  • Schutz des Organismus vor Bakterien durch die Bildung freier Radikaler im Rahmen einer Immunabwehrreaktion

 

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die die Gesetzgeber innerhalb der EU in wissenschaftlichen Belangen berät, hat bestätigt, dass Eisen einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat.

 

Die Zufuhr von Eisen trägt bei zu:

 

  • einer normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin;
  • einem normalen Sauerstofftransport im Körper;
  • einem normalen Energie-Stoffwechsel;
  • einem normal funktionierenden Immunsystem;
  • einer normalen kognitiven Leistungsfähigkeit;
  • einer normalen Zellteilung;
  • einer Minderung von Müdigkeit und Erschöpfungserscheinungen.


Minderung des Krankheitsrisikos

Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung bei Kindern
Durch Eisenmangel verursachte Anämien (zu wenig Eisen im Blut) können die geistige Entwicklung von Kindern auf verschiedene Arten beeinträchtigen.

 

Studien belegen, dass anämische Kinder weniger lebhaft sind und ihre Umwelt weniger aktiv erforschen als ihre gesunden Altersgenossen. Entwicklungsverzögerungen, Verhaltensstörungen und schlechte Leistungen in der Schule können die Folgen sein.

 

Es ist jedoch schwierig, im Rahmen solcher Studien die Folgen eines Eisenmangels von denen anderer Mangelerscheinungen zu unterscheiden *.

 

Bleivergiftung
Im Rahmen von Bevölkerungsstudien wurde ein Zusammenhang zwischen einem Mangel an Eisen und einer erhöhten Bleiabsorption im Darm (und somit einem erhöhten Blutbleispiegel) bei Kindern nachgewiesen.

 

Außer im Falle von Patienten, bei denen ein Eisenmangel eindeutig diagnostiziert wurde oder die sich einer Exposition gegenüber Blei nicht entziehen können (z. B. wenn Bleiquellen im Wohnbereich bestehen und ein Umzug nicht möglich ist), wird die Zufuhr von Eisen durch Eisenpräparate bei Patienten mit Bleivergiftung nicht empfohlen.

 

Komplikationen während der Schwangerschaft
Bevölkerungsstudien belegen einen Zusammenhang zwischen einer hochgradigen Anämie während der Schwangerschaft und Schwangerschafts- bzw. Geburtskomplikationen wie z. B. Frühgeburt, geringes Geburtsgewicht des Neugeborenen oder auch Tod der Mutter.

 

Eisenmangel ist in vielen Fällen die Hauptursache für eine hochgradige Anämie, es wurde jedoch noch nicht endgültig nachgewiesen, dass Eisenmangelanämien Schwangerschafts- bzw. Geburtskomplikationen verursachen können *.

 

Beeinträchtigung der Immunfunktionen
Eine ausreichende Eisenaufnahme ist zur Aufrechterhaltung einer Reihe von Immunfunktionen wichtig, beispielsweise zur Reifung und Teilung der weißen Blutkörperchen und zur Bildung freier Radikale, die dem Schutz des Organismus vor Infektionserregern (wie z. B. Bakterien) dienen.

 

Eisen erfüllt im Rahmen der Immunabwehr zweifelsohne wichtige Funktionen, ob ein Zusammenhang zwischen einem Mangel an Eisen und einer Anfälligkeit gegenüber Infektionen besteht, bleibt jedoch umstritten *.

 

Um ein geeignetes Vorgehen bei der Supplementierung mit Eisen in Malaria-Regionen sowie bei Patienten, die an Infektionskrankheiten (wie HIV, Tuberkulose oder Typhus) leiden, zu entwickeln, sind kontrollierte Studien notwendig.

 

* Siehe auch Grundlagen – Die Komplexität der Mikronährstoffforschung



Weitere Anwendungen

Hinweis:
Eine Behandlung mit hoch dosierten Mikronährstoffen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder Arzneimitteln sollte nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

 

Anämie (Blutarmut)
Eisenpräparate werden hauptsächlich zur Behandlung von Eisenmangelanämien (zu wenig Eisen im Blut) eingesetzt. Anämien können durch den Blutverlust während der Menstruation, während der Schwangerschaft, nach einer Blutspende, vor und nach operativen Eingriffen und als Folge blutender Geschwüre und chronischer Krankheiten wie Krebs und Nierenversagen auftreten.

 

Restless-Legs-Syndrom (RLS)
Bei RLS handelt es sich um eine neurologische Bewegungsstörung, die mit unangenehmen Empfindungen und Bewegungsdrang in den Beinen einhergeht, wodurch häufig auch Schlafstörungen verursacht werden.

 

Bei einigen RLS-Patienten kann auch ein Eisenmangel diagnostiziert werden und die Einnahme von Eisenpräparaten kann die mit dieser Störung verbundenen Symptome lindern.



Zufuhrempfehlungen

Viele Gesundheitsbehörden im europäischen Raum empfehlen eine tägliche Eisenaufnahme von 9 mg für erwachsene Männer und 15 – 20 mg für Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter (zum Ausgleich des Eisenverlusts durch den Blutverlust während der Menstruation). Bei Schwangeren ist der Eisenbedarf erhöht, daher wird eine Aufnahme von 30 mg am Tag empfohlen.



Versorgungslage

Es wird angenommen, dass bis zu 80 % der Weltbevölkerung an einem Eisenmangel und etwa 30 % an einer Eisenmangelanämie leiden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) trifft keine andere Nährstoffmangelerkrankung so viele Menschen weltweit.



Mangelerscheinungen

Ein schwerer Eisenmangel kann zu einer Anämie und somit zu einem verminderten Sauerstofftransport im Blut führen.

 

Anämien können durch einen schweren oder anhaltenden Blutverlust durch blutende Geschwüre, schwere Traumata, operative Eingriffe oder bösartige Tumore und während der Menstruation ausgelöst werden. Es werden mehrere Schweregrade unterschieden (leichte/moderate/schwere bzw. hochgradige Anämie).

 

Zudem können eine eisenarme Ernährung, eine ungenügende Absorption von Eisen aus der Nahrung, Schwangerschaft und ein schnelles Wachstum im Kindes- und Jugendalter Anämien verursachen.

 

Zu den Risikogruppen gehören Schwangere, junge Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter und Kinder.

 

Die häufigsten Symptome einer Anämie sind allgemeine Schwäche und Müdigkeit.

 

Ein niedriger Eisenspiegel kann sich auf die körperliche Belastbarkeit auswirken, auch wenn keine Anämie vorliegt.



Vorkommen

Leber und andere Organe, mageres rotes Fleisch, Geflügel, Fisch und Schalentiere gelten als die besten Nahrungsquellen. Aus diesen Quellen stammendes Eisen wird im Darm gut absorbiert.

 

Weitere Eisenquellen sind getrocknete Bohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, Vollkornprodukte, dunkle Melasse und grünes Blattgemüse. Um die Absorption zu verbessern, sollte Eisen aus diesen Quellen jedoch mit anderen Nährstoffen kombiniert werden. Vitamin C beispielsweise fördert die Eisenabsorption, während Kalzium, Kleie, Tee und unverarbeitete Vollkornerzeugnisse hemmend wirken.



Sicherheit

Zu den am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen von Eisenpräparaten gehören Magenprobleme wie beispielsweise leichte Schmerzen und Übelkeit, Durchfall, Verstopfung und Sodbrennen.

 

Wird eine Eisenmenge aufgenommen, die zwischen 50 und 100 Mal höher ist als die empfohlene Tagesmenge, spricht man von einer Überdosis (Eisenvergiftung). Bei einer Eisenvergiftung werden Zellen im Magen-Darm-Trakt angegriffen, was Erbrechen und blutigen Durchfall auslösen und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

 

Zwar ist über einen Zusammenhang zwischen hohen Eisenvorräten im Körper und einem erhöhten Risiko, an einem Herzleiden, Krebs oder Alzheimer zu erkranken, spekuliert worden, gesicherte Kenntnisse liegen jedoch noch nicht vor. Auch in den entzündeten Darmbereichen von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (wie z. B. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) wurden hohe Eisenmengen nachgewiesen, wofür schädliche freie Radikale verantwortlich gemacht werden, die bei einem Eisenüberschuss (Überladung) vermehrt gebildet werden.

 

Die Hämochromatose, eine meist vererbte Eisenspeicherkrankheit, ist die häufigste Ursache für eine Eisenüberladung, die jedoch auch als Folge einer dauerhaft erhöhten Eisenaufnahme auftreten kann. Hautverfärbungen, Diabetes und Leberschäden sind mögliche Symptome einer Überladung.

 

Oberer tolerierbarer Zufuhrwert (Tolerable Upper Intake Level, UL)
US-amerikanische Gesundheitsbehörden halten eine tägliche Eisenaufnahme von bis zu 45 mg für bedenkenlos. Welche Risiken mit einer über diesem Wert liegenden Zufuhr verbunden sind, ist jedoch nicht bekannt.

 

Arzneimittelwechselwirkungen
Hinweis:
Da die Möglichkeit einer Wechselwirkung besteht, sollte vor einer gleichzeitigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten Rat von sachkundigem medizinischem Fachpersonal eingeholt werden.

Letzte Aktualisierung: 14.08.2011