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Einleitung

Vitamin A besteht aus einer Gruppe fettlöslicher Verbindungen, die sich abhängig von ihrer Herkunft aus tierischen oder pflanzlichen Nahrungsquellen in zwei Kategorien einteilen lässt:

 

  • In Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs vorhandenes Vitamin A wird als ‘Vitamin A1’ oder “Retinol“ bezeichnet. 
  • Das in Obst und Gemüse vorkommende Vitamin A wird ‘Provitamin-A-Carotinoid’ genannt, es kann im Körper zu Retinol aufgespalten werden. Das Carotinoid “Beta-Carotin“ wird am wirksamsten zu Retinol umgewandelt und ist somit eine wichtige Vitamin-A-Quelle.

Gesundheitsfunktionen

Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin A (Retinol) ist unentbehrlich für

 

  • den Sehvorgang (besonders für die Nachtsicht). 
  • Wachstum und Entwicklung. Vitamin A ist an der genetischen Regelung von Zell- und Gewebebildung und -programmierung sowie an der zur Reproduktion und für die normale Entwicklung des Embryos in der Gebärmutter erforderlichen Kommunikation beteiligt. 
  • die Immunfunktion. Vitamin A trägt zum Schutz vor Infektionen bei, weil es die Wirksamkeit mechanischer Barrieren (beispielsweise der Haut) sicherstellt und die Produktion und Funktion schützender Zellen (zum Beispiel Lymphozyten) steigert. 
  • die männlichen und weiblichen Fortpflanzungsorgane.

 

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die die Gesetzgeber innerhalb der EU in wissenschaftlichen Belangen berät, hat bestätigt, dass Vitamin A einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat.

 

Die Zufur von Vitamin A trägt bei zu: 

 

  • einer normalen Differenzierung der Zellen;
  • einer normalen Funktion des Immunsystems;
  • der Erhaltung normaler Haut und Schleimhäute;
  • der Erhaltung der normalen Sehkraft;
  • einem normal funktionierenden Eisen-Stoffwechsel.

Minderung des Krankheitsrisikos

Krebs
Es gibt einige wenige Hinweise, dass eine gesteigerte Zufuhr von in der Nahrung enthaltenem natürlichem oder als Nahrungsergänzung aufgenommenem isoliertem Vitamin A das Risiko von Lungen- oder Brustkrebs beim Menschen senkt.

 

Augenkrankheiten
Vitamin-A-Supplementierung wird erfolgreich zur Vorbeugung von Mangel-assoziierten Augenkrankheiten wie Xerophthalmie eingesetzt, die zu Erblindung führen kann.


Weitere Anwendungen

Hinweis:
Jede diätetische oder medikamentöse Behandlung mit hohen Dosen von Mikronährstoffen sollte nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

 

Augen- und Hautkrankheiten
Hochdosiertes Vitamin A (Retinol) wurde erfolgreich zur Behandlung der erblichen Augenkrankheit Retinitis pigmentosa und der Symptome von schwerwiegenden Hautkrankheiten (Psoriasis und Akne) angewendet.


Zufuhrempfehlungen

Die empfohlene Tageszufuhr von Vitamin A schwankt je nach Alter, Geschlecht, Risikogruppe und anderen in den einzelnen Ländern festgelegten Kriterien: 700 - 1000 μg Retinol-Äquivalente (RÄ)/Tag für Männer, 600 - 800 µg RÄ/Tag für Frauen. In den USA beträgt die empfohlene Retinol-Tageszufuhr für Männer 900 µg, für Frauen 700 µg.


Versorgungslage

In mehreren Ländern durchgeführte Erhebungen lassen den Schluss zu, dass die Einnahmegewohnheiten innerhalb Europas und in den USA sehr unterschiedlich sind. Um festzustellen, wie viele Menschen von einer schlechten Vitamin A-Versorgung bedroht sind, muss die Zufuhr an Gesamt-Vitamin-A betrachtet werden. Dieses setzt sich aus vorgebildetem Vitamin A (Retinol) und Provitamin A (z. B. Beta-Carotin) zusammen.

 

Zahlreiche Studien belegen, dass Teile der Weltbevölkerung nicht die empfohlenen Vitamin-A-Mengen aus Nahrungsquellen für vorgebildetes Vitamin A zu sich nehmen. Aufgrund der geringen Aufnahme aus Quellen, die vorgebildetes Vitamin A enthalten, kommt es zu einer Versorgungslücke. Diese muss durch die Zufuhr angemessener Mengen an Provitamin A (z. B. Beta-Carotin) geschlossen werden. Nationalen Ernährungserhebungen zufolge sind jedoch große Teile der Bevölkerung nicht ausreichend mit Beta-Carotin – und somit Provitamin A – versorgt.


Mangelerscheinungen

Ein Vitamin-A-Mangel tritt gewöhnlich bei ungenügender Aufnahme von Nahrungsmitteln mit hohem Vitamin-A-Gehalt oder Beta-Carotin – einem Provitamin von Vitamin A – auf. Das erste Warnsignal für einen Mangel an Vitamin A ist Nachtblindheit. Zu den anfälligsten Gruppen für einen Vitamin-A-Mangel zählen vor allem Schwangere, stillende Mütter, Neugeborene, Kinder mit häufigen Infektionen, Senioren sowie Personen, die keine tierischen Nahrungsmittel essen.


Vorkommen

Leber verfügt über den höchsten Vitamin-A-Gehalt unter den Nahrungsmitteln, aber auch Eigelb, Vollmilch, Butter und Käse enthalten viel Vitamin A. Provitamin- A-Carotinoide (z. B. Beta-Carotin) hingegen finden sich vor allem in Karotten, gelben und dunkelgrünen Blattgemüsen wie Spinat oder Broccoli, Kürbis, Aprikosen, Melonen und Palmöl.


Sicherheit

Da Vitamin A von der Leber gespeichert wird, kann diese überbeansprucht werden, wenn über längere Zeiträume große Mengen dieses Vitamins eingenommen werden. Auch können unerwünschte Nebenwirkungen wie Leberschäden, Knochenabnormitäten und Gelenkschmerzen auftreten.

 

Einige Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass eine mehrjährige hoch dosierte Supplementierung mit Vitamin A (Retinol) das Risiko erhöht, an Osteoporose oder (in Kombination mit anderen Antioxidantien) an Lungenkrebs zu erkranken. Die Gründe für diese Ergebnisse sind allerdings noch unklar und es ist schwierig, diese Auswirkungen zu interpretieren. Sie wurden von verschiedenen Fachleuten ernsthaft angezweifelt, da die angewandten Analysemethoden ihrer Meinung nach nicht stichhaltig waren. Außerdem wurden die Auswirkungen in anderen Studien nicht bestätigt.

 

Schwangerschaftsrisiko
Für die normale Entwicklung des Fötus ist eine ausreichende Zufuhr von Vitamin A wichtig. Basierend auf Ergebnissen von Studien mit Tieren, denen Retinsäure verabreicht wurde, vermutet man, dass hohe Dosierungen von Retinol zu Missbildungen bei Neugeborenen führen könnten.

 

Oberer tolerierbarer Zufuhrwert
Um eventuelle schädliche Wirkungen zu verhindern, wurde der obere Zufuhrwert für Retinol mit 3.000 µg Retinol-Äquivalenten (RÄ) für Erwachsene pro Tag festgelegt. Für Kinder gelten entsprechend niedrigere Grenzen.

 

Arzneimittelwechselwirkungen
Hinweis:
Da die Möglichkeit einer Wechselwirkung besteht, sollte vor einer gleichzeitigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten Rat von sachkundigem medizinischem Fachpersonal eingeholt werden.

 

Letzte Aktualisierung: 03.12.2012