
Vitamin B12 ist das größte und komplexeste aller Vitamine. Vitamin B12 enthält die einzigen Moleküle mit Kobalt (so genannte “Cobalamine“), die im Körper des Menschen biologisch aktiv sind. Das Kobalt verleiht diesem wasserlöslichen Vitamin seine rote Farbe.
Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 (Cobalamin) ist lebenswichtig und unterstützt den Körper bei der
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die die Gesetzgeber innerhalb der EU in wissenschaftlichen Belangen berät, hat bestätigt, dass Vitamin B12 einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat.
Die Zufuhr Vitamin B12 trägt bei zu:
Herzkrankheiten
Ein hoher Gehalt der Aminosäure “Homozystein“ im Blut wird mit Herzkrankheiten in Verbindung gebracht. Allerdings sind sich die Forscher nicht einig, ob Homozystein eine Ursache von Herzkrankheiten darstellt oder nur auf eine vorhandene Herzkrankheit hindeutet. Eine erhöhte Zufuhr von Vitamin B12 und Vitamin B9 (Folsäure) senkt zwar offenbar den Homozystein-Spiegel, dennoch ist bisher nicht bekannt, ob diese Vitamine wirklich das Risiko von Herzkrankheiten verringern *.
Brustkrebs
Es gibt keine Belege dafür, dass Vitamin B12 allein das Brustkrebsrisiko verringert. Einige Bevölkerungsstudien haben jedoch gezeigt, dass Frauen mit höherer Vitamin-B9-Zufuhr aus ihrer Ernährung seltener an Brustkrebs erkranken. Da Vitamin B12 mit dem Folat im Körper zusammenwirkt, kann es das Risiko möglicherweise noch stärker verringern.
Geburtsfehler
Studien haben herausgefunden, dass Frauen, die vor der Empfängnis und während der ersten vier Schwangerschaftsmonate (mitunter noch vor Feststellung der Schwangerschaft) Vitamin B9 supplementieren, das Risiko von Neuralrohr-Defekten beim Kind verringern können. Da Vitamin B12 mit dem Folat im Körper zusammenwirkt, kann es das Risiko von Geburtsfehlern möglicherweise noch stärker verringern.
Alzheimer
Menschen mit Alzheimer haben häufig einen niedrigen Vitamin-B12-Spiegel im Blut. Allerdings hatte eine tägliche Supplementierung mit Vitamin B12, B9 und B6 keine Auswirkungen auf die Symptome.
Depressionen
Studien haben gezeigt, dass 30 % aller stationär behandelten Patienten mit Depressionen einen Mangel an Vitamin B12 aufweisen. Leider haben nur wenige Studien über längere Zeit den Zusammenhang zwischen Vitamin-B12-Mangel und der Entstehung von Depressionen untersucht. Daher kann bisher nicht gesagt werden, ob zu wenig Vitamin B12 als Verursacher von Depressionen in Frage kommt *.
* Siehe auch Grundlagen – Die Komplexität der Mikronährstoffforschung
Hinweis:
Jede diätetische oder medikamentöse Behandlung mit hohen Dosen von Mikronährstoffen sollte nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.
Perniziöse Anämie
Zu perniziöser Anämie kommt es, wenn Magenzellen ein bestimmtes Protein nicht bilden können, das der Körper zur Aufnahme von Vitamin B12 benötigt. Perniziöse Anämie kann ein gefährlicher Zustand sein, wurde jedoch erfolgreich mit hoch dosiertem Vitamin B12 behandelt.
Hyperhomozysteinämie
Bestimmte Studien belegen eine Steigerung des Auftretens von Herz-Kreislauf-Krankheiten und der Sterblichkeit insgesamt, wenn ein hoher Homozystein-Spiegel im Blut vorliegt. Einige Hinweise belegen, dass die Begrenzung des Homozysteins auf ein Niveau, bei dem eine geringere Krankheitshäufigkeit beobachtet wurde, eine angemessene Zufuhr an den Vitaminen B12, B9 (Folsäure) und B6 erfordert.
Müdigkeit
Einige kleinere Studien haben angeregt, dass Menschen, die unter körperlicher und geistiger Müdigkeit leiden, obgleich bei ihnen kein Vitamin-B12-Mangel vorliegt, mithilfe von Vitamin-B12-Spritzen einen Energieschub erhalten könnten.
Unfruchtbarkeit bei Männern
Einige Studien bieten Hinweise auf eine Erhöhung der Anzahl und Beweglichkeit der Spermien durch eine Supplementierung mit Vitamin B12. Allerdings ist die Datenlage dürftig.
Bei Erwachsenen schwankt der Bedarf an Vitamin B12 zwischen 1,4 µg/Tag in der EU und 2,4 µg/Tag in den USA. In der Schwangerschaft wurden zusätzlich 0,2 µg/Tag und in der Stillzeit zusätzlich 0,4 µg/Tag als angemessen festgelegt.
In vielen Ländern wurde festgestellt, dass Männer und Frauen durchschnittlich 3,0 - 4,5 µg Vitamin B12 pro Tag aufnehmen.
Leichter Vitamin-B12-Mangel ist unter älteren Menschen nicht unüblich (10 - 15 % aller über-60-Jährigen) – entweder aufgrund schlechter Ernährung oder wegen des geringeren Anteils an Magensäure, die zur Aufnahme von Vitamin B12 benötigt wird.
Zu wenig Vitamin B12 kann die verschiedensten Symptome verursachen, darunter Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Durchfall, Nervosität und Taubheit oder Kribbeln in Fingern und Zehen. Schwerer Vitamin-B12-Mangel kann zu Nervenschäden führen.
Vitamin B12 wird ausschließlich durch mikrobielle Synthese im Verdauungstrakt von Tieren gebildet. Daher sind proteinhaltige tierische Produkte, insbesondere Innereien (Leber, Niere) die vorrangige Quelle für Vitamin B12 in der Nahrung des Menschen. Andere gute Quellen sind Fisch, Eier und Milchprodukte.
Vitamin B12 gilt als sicher und ungiftig.
Arzneimittelwechselwirkungen
Hinweis:
Da die Möglichkeit einer Wechselwirkung besteht, sollte vor einer gleichzeitigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten Rat von sachkundigem medizinischem Fachpersonal eingeholt werden.