
Vitamin B7, auch als Biotin, Vitamin H oder Vitamin B8 bezeichnet, ist ein farbloses, wasserlösliches B-Vitamin. Es gibt acht unterschiedliche Formen des Biotins, aber nur eine davon – das D-Biotin – kommt in der Natur vor und besitzt eine volle Wirksamkeit als Vitamin. Biotin kann nur von Bakterien, Schimmelpilzen, Hefe, Algen und von bestimmten Pflanzenarten gebildet werden.
Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B7 (Biotin) ist lebenswichtig und unterstützt den Körper bei der
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die die Gesetzgeber innerhalb der EU in wissenschaftlichen Belangen berät, hat bestätigt, dass Vitamin B7 einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat.
Die Zufuhr von Vitamin B7 (Biotin) trägt bei zu:
Geburtsfehler
Bisher gibt es keine direkten Hinweise auf Geburtsfehler aufgrund geringfügigen Biotinmangels beim Menschen. Dennoch wurde eine angemessene Biotinzufuhr bzw. -Supplementierung in der Schwangerschaft angeraten.
Hinweis:
Jede diätetische oder medikamentöse Behandlung mit hohen Dosen von Mikronährstoffen sollte nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.
Diabetes
Einige vorläufige Studienergebnisse weisen auf eine Verbesserung der Blutzuckerregulation bei Typ-2-Diabetern durch eine Supplementierung mit Biotin hin.
Probleme mit Haar und Nägeln
Vorläufige Belege deuten darauf hin, dass eine Supplementierung mit Biotin gegen dünne, rissige oder spröde Haare und Nägel helfen kann. Allerdings sind umfangreichere Studien erforderlich, um die Wirksamkeit von Biotin zu überprüfen. Bis heute wurde keine wissenschaftliche Studie veröffentlicht, die eine vorbeugende Wirkung von Vitamin B7 gegen Haarausfall belegen konnte.
Milchschorf
Säuglinge, die nicht genug Biotin bekommen, entwickeln häufig eine schuppige Kopfhaut. Bis heute gibt es nur vereinzelte Berichte, die auf eine Wirkung von Biotin zur Behandlung dieses Zustands hindeuten.
In Europa wurde für Biotin ein Referenzwert bei Erwachsenen von 15 - 100 µg pro Tag festgelegt. In den USA gelten als angemessene Zufuhr für Erwachsene 25 µg Biotin pro Tag.
Ernährungserhebungen in verschiedenen Ländern haben gezeigt, dass bei den meisten Menschen die geschätzte Tageszufuhr an Vitamin B7 (Biotin) ausreicht.
Vitamin-B7-Mangel ist sehr selten. Das liegt wohl vor allem an der Synthese von Biotin durch nützliche Bakterien im menschlichen Verdauungstrakt.
Risikogruppen für Biotinmangel sind u. a. Patienten unter komplett künstlicher Ernährung, Dialyse-Patienten, Patienten mit Diabetes mellitus und Patienten mit beeinträchtigter Vitaminaufnahme aus der Nahrung. Auch in der Schwangerschaft kann es zu geringfügigem Biotinmangel kommen.
Typische Symptome sind Haarausfall, trockene schuppige Haut, rissige Mundwinkel, geschwollene schmerzende Zunge, trockene Augen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schlaflosigkeit und Depressionen.
Am reichhaltigsten kommt Vitamin B7 (Biotin) in Hefe, Leber und Niere vor. Eigelb, Sojabohnen, Nüsse und Getreide sind ebenfalls gute Vorkommen. 100 g Leber enthalten rund 100 µg Biotin. Die meisten anderen Fleisch-, Gemüse- und Obstsorten enthalten dagegen nur etwa 1 µg Biotin pro 100 g.
Bei Biotin wurden bisher keine toxischen Wirkungen festgestellt.
Arzneimittelwechselwirkungen
Hinweis:
Da die Möglichkeit einer Wechselwirkung besteht, sollte vor einer gleichzeitigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten Rat von sachkundigem medizinischem Fachpersonal eingeholt werden.